Was ist Mantrailing?

Mantrailing (von englisch man=Mann, Mensch; trail=Spur, spurensuche)

Hunde können weit besser als wir Menschen riechen. Diese Fähigkeit nutzen wir von den Mantrailern Main-Rhön um unsere Arbeit durchzuführen. Der Geruchssinn des Hundes wird durch uns auf menschliche Gerüche geschult.

Das Riechvermögen eines Hundes ist etwa eine Millionen mal besser als das des Menschen. Der Hund hat - je nach Rasse - mehr als 40-mal soviele Riechzellen wie ein Mensch. Zudem sind etwa 10 Prozent der Gehirnleistung ausschließlich für die Verarbeitung des Geruchs zuständig. Hunde haben die Fähigkeit „Stereo“ riechen zu können. Die Nase kann rechts und links unterscheiden, ähnlich wie wir Menschen mit den Augen sehen können.

 

 


Beim Mantrailing spielt der Geruchsstoff die wichtigste Rolle: Jeder Mensch hat seinen eigenen, individuellen Geruch und ständig verliert Mann und Frau tausende von mikroskopisch kleinen Hautschuppen. Sie werden durch die Luft gewirbelt und in der Umgebung verteilt. Solange diese Hautschuppen vorhanden sind, kann der Hund sie erschnüffeln. Die Hautschuppen haften zum einen an der Person selbst und an der Kleidung, sie befindet sich aber auch dort, wo der Mensch war.

 


Wie lange die menschliche Spur erhalten bleibt, hängt dabei von Wind, Temperatur und Feuchtigkeit ab. Trainierte Mantrailer-Hunde können der Spur eines Menschen noch nach mehreren Tagen folgen. Dennoch ist es nötig so bald wie möglich zu handeln, da die verschwundenen Personen unterkühlt oder verletzt sein können.

Die Beschaffenheit des Geländes spielt beim trailen (= Spur verfolgen) nur bedingt eine Rolle, denn egal ob Straße, Wald, Wohnsiedlung... der Mensch sondert seinen Geruch ab und der Hund kann ihn aus tausenden von anderen Gerüchen herausfiltern und verfolgen.

In Deutschland ist das Mantrailing zwar noch nicht so verbreitet, in Großbritannien und Amerika, werden die Hunde jedoch häufig zur Verbrecher- und Vermisstensuche eingesetzt. Aber auch hier wird Mantrailing immer populärer, denn die Chance den Verschwundenen zu finden ist weit höher als mit Hubschraubereinsätzen und menschlichen Suchteams.



Was ist der Unterschied zwischen Mantrailern und Flächensuchhunden?

Mantrailer sind Hunde, die genau einer Spur nachgehen, nämlich der, deren Geruchsstoff sie aufgenommen haben. Flächensuchhunde (wir haben 2 in unserer Staffel, beide jedoch schon in Rente) hingegen suchen einen festgelegten Bereich ab.

Weiß man also: Der Vermisste ist in diesen Wald gelaufen, weil er dort öfter ist, dann kann man einen Flächensuchhund einsetzen. Weiß man aber nicht, wo der Vermisste genau hingegangen ist (In den Wald? In die Stadt?), ist ein Mantrailer sinnvoller, da er an der Wohnung angesetzt werden kann und die Spur auch kilometerweit verfolgt.
 




Wann kann ein Mantrailer-Team eingesetzt werden ?

Wenn eine Person seit Stunden oder Tagen vermißt wird, kann ein geschulter Mantrailerhund in der Wohnung des Vermißten bzw. an der Stelle, an der die Person zuletzt gesehen wurde, angesetzt werden.

Was heißt ansetzen? Man braucht dazu zwingend den Geruch des Menschen. Es reicht ein Taschentuch, die Kleidung, ein Schüsselbund - irgend ein Gebrauchsgegenstand. ABER: Es darf keine weitere Person den Gegenstand berührt haben. Wenn doch, dann muss diese Person beim Start der Suche anwesend sein, damit der Hund diese von Beginn an ausschliessen kann.

Der Hund sucht nach einer Person, deren Geruch zwar am Geruchsgegenstand (meist Kleidung) haftet, die aber nicht anwesend ist (sonst müsste er ja nicht suchen). Der Hund sucht nicht mit den Augen, da er ein viel schlechteres Sehvermögen als der Mensch hat, der Hund sucht mit der Nase! Der Geruchsstoff wird in eine Plastiktüte gegeben und diese bekommt der Hund vor die Nase gehalten, damit er den Geruch ganz intensiv aufnimmt.


Wenn Sie Fragen zum Mantrailing haben, können Sie sich gerne unter Kontakt an uns wenden.


Es ist nahezu jeder Hund für das trailen geeignet.
Aber auch ohne Hund können Sie unser Training gerne nach Absprache besuchen.


 

Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne.